Carnival collection

#1
In research of some question about carnival I found this representation of a scientific dissertation in a Karnevalsforum:
http://www.karnevalistenforum.de/thread ... readid=537
... Dissertation von Frohn, KARNEVAL IN KÖLN, DÜSSELDORF UND AACHEN 1823 – 1914 ..

[Frohn, S. 26]
Als problematisch stellt sich bereits der Versuch heraus, eine Antwort auf die Frage zu geben, seit wann Karneval gefeiert wird.
Der erste schriftliche Beleg für ein Fest namens “vasnacht” findet sich für den deutschen Sprachraum um 1206 in Wolfram von Eschenbachs Artusroman Parzival. Im 8. Buch des Parzival kommt die Königin dem Ritter Gâwân im Kampf zu Hilfe, und es heißt, daß sie wie ein Ritter gekämpft habe: “selbst die Krämerfrauen von Dollnstein kämpften an Fastnacht nicht so gut!”. 79
"Vasnacht" appears 1206 in an Artus story of Wolfram of Escherbach. A Queen helps Gawain in the fight and it seems, she did well. I don't know it for sure, but I think, that's the famous scene, in which the Queen throws with chess figures and Gawain takes a chess board for his shield (I've to check this). In this context the queen is presented as fighting even better than the "Krämerfrauen von Dollnstein" at "Vasnacht".
Dollnstein is a location between Augsburg and Nurremberg and it's nowadays very small. But just in 1205 (Eschenbach wrote 1206) a local count (Graf von Grögling and Dollnstein) took the name "Hirschberg" - from a castle, which he built on the Hirschberg (nowadays a Schloss of similar size, rather impressive).
http://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Hi ... 8Bayern%29

Image


Further interpretation is given with
Hans Moser sieht in dem Vergleich eine Anspielung auf einen höfisch-ritterlichen Spielkampf um die von Frauen verteidigte Minneburg.80 Wie dem auch sei, an dieser Stelle ist wichtig, daß die Art und Weise, wie die Fastnacht hier erwähnt wird, den Schluß nahelegt, daß das Fest zum Zeitpunkt dieser ersten Erwähnung bereits seit längerem gefeiert wurde, denn Wolfram konnte offenbar damit rechnen, daß seine Rezipienten das Fest kannten und seinen Vergleich verstanden. Darüber hinaus belegt die Stelle, daß auch Frauen um 1200 an den Fastnachtsbräuchen aktiv teilnahmen. Daß Fastnacht ein “Erbe alter Männerbünde” sei, findet nach Hans Moser überhaupt “nirgends eine Stütze”.81
It's assumed from the passage, that the festivity Vasnacht was already established longer time and that women weren't excluded from the custom.
Als ältester Beleg für das Rheinland wird seit Anton Fahne82 der Dialogus Miraculorum des Caesarius von Heisterbach angeführt, der um 1220 entstand. Hier ist von einem Zechgelage in der Nacht vor Aschermittwoch die Rede, das Wort “Fastnacht” wird aber nicht erwähnt.83
For the Rhineland as oldest note is noted in the given text of Caesarius of Heisterbach, which speaks of a drinking excess at the day before ash wednesday (as still common nowadays). The destroyed cloister Heisterbach is near Bonn (I've visited the place once).
http://en.wikipedia.org/wiki/Caesar_of_Heisterbach

Image

[Frohn, S. 27] Für Aachen ist die Fastnacht 1338 in einer Stadtrechnung, für Köln 1341 im Eidbuch der Stadt und für Düsseldorf in einem Brief aus dem Jahre 1423 erstmals urkundlich belegt.84
Oldest notes
Aachen: 1338 .. city bill
Cologne: 1341 ... Eidbuch der Stadt
Düsseldorf: 1423 ... letter
Da aus der Antike mehrere Feste überliefert sind, die ähnliche Festelemente wie die Fastnacht aufweisen - so vor allem die Maskerade, der Rollentausch, der Tanz und ein üppiges Mahl - , erlagen nicht wenige der Versuchung, die Wurzeln der Fastnacht in jenen heidnischen Urgründen zu suchen und zu finden. Bis heute liegen für die meisten Autoren lokalgeschichtlicher Studien zum Karneval die Wurzeln des Fastnachtstreibens “tief im Dunkel vorchristlicher Mythologien”85 oder ganz präzise in den römischen Saturnalien.86

In der Volkskunde ist man sich heute jedoch weitgehend darüber einig, daß eine kontinuierliche Herleitung des Karnevalsfestes sowohl aus germanisch-heidnischen Winteraustreibungs- oder Fruchtbarkeitskulten als auch aus römischen Festen wie den Saturnalien nicht haltbar ist.87 Grundlegend waren hierzu die Arbeiten von Hans Moser und Hellmut Rosenfeld Ende der 1960er Jahre.88 Dennoch finden sich diese Kontinuitätstheorien hartnäckig bis heute nicht nur alle Jahre wieder an Karneval in Zeitungsberichten, Rundfunk- und Fernsehkommentaren, sondern auch in vielen lokalen und überregionalen Studien zum Thema Karneval.89

Auch über den Weg der Etymologie wurde versucht, derartige Kontinuitäten herzustellen. Eine Ableitung des Wortes “Fastnacht” von “faseln”, d. h. fruchtbar sein, zeugen, Unsinn treiben, und die damit verbundene Ursprungsdeutung aus einer kultischen Geschlechterfreiheit [Frohn, S. 28] in vorchristlicher germanischer Zeit ist nicht aufrechtzuerhalten.90
The Author sees no direct connection to older antique tradition, as for instance the Saturnalia in Rome.
Ähnlich glaubte man lange Zeit an heidnisch-urtümliche Wurzeln des Wortes “Karneval”. Über die Herleitung dieses Begriffs aus dem lateinischen “carrus navalis” versuchte Karl Simrock, den Ursprung des Festes aus römischen Schiffsumzügen zu Ehren einer Gottheit zweifelsfrei herzustellen. Erst Hellmut Rosenfeld entlarvte diese Herleitung als “circulus vitiosus der Wissenschaft”, da in antiken Quellen immer nur von “navis”, Schiff, gesprochen wird, nie aber von “carrus navalis”. Den angeblich antiken Terminus technicus “carrus navalis” prägte Karl Simrock selbst in seinem Handbuch der deutschen Mythologie, das seit seinem Erscheinen 1853 immer wieder zitiert wurde und von dort aus erst in die Übersetzung antiker Texte gelangte.91
Karl Simrock ... http://en.wikipedia.org/wiki/Karl_Joseph_Simrock ... had attempted to connect the unknown origin of the word "Karneval" to "carrus navalis" and old Roman festivities with ship-chariot processions. But old sources always only talked of "navis" and never about "carrus navalis".
Dementsprechend entpuppte sich auch das angebliche Aachener Narrenschiff von 1133 bei näherer Untersuchung als Fehlinterpretation.92 Das Schiff, das im Jahre 1133 von Webern über das Land von Kornelimünster bis nach St. Trond gezogen wurde, hat nichts mit Fastnacht zu tun, sondern war eine einmalige Protestaktion gegen die Obrigkeit. In der Quelle deutet nichts darauf hin, daß es sich überhaupt um einen Brauch handelte. Auch die Annahme von Jakob Grimm, der Schiffsumzug zeuge von einer im Volke verwurzelten Erinnerung an einen uralten heidnischen Kult, wird im Text durch nichts gestützt.93
There was a ship, which was drawn by weavers over the country from Kornelimünster to St. Trond (Sint-Truiden) ... this are about 90 km and the way knows mountains (!) in the year 1133. But this is regarded as an action of protest against the administration and not as a Fastnacht-activity.

Image

http://www.nieuwsblad.be/article/detail ... 110302_001
... :-) ... which is part of modern carnival (Kornelimünster is near Aachen. and Sint-Truiden is in Belgium.
In das Reich der Legenden gehört offensichtlich ebenso die Geschichte um den angeblich ältesten Narrenorden, den Graf Adolf von Kleve 1381 gestiftet haben soll.94 Hugo Weidenhaupt stellte dagegen die These auf, daß es sich dabei nicht um eine frühe Narrengesellschaft handelte, sondern wahrscheinlich um eine Rittervereinigung, die Arme unterstützte und sich dem Gedächtnis Verstorbener widmete.95
The author doubts also the Karnevals-value of the story of the Narren-Orden of Graf Adolf von Kleve in 1381. He thinks, that this more a knight order.

***************
I found the original dissertation:
http://hss.ulb.uni-bonn.de/1999/0212/0212.pdf

The story of Heisterbach in detail is:
CAESARIUS VON HEISTERBACH, Bd. 2, 10. Abt. Kap. 53, S. 253 f. Der Inhalt läßt sich wie folgt zusammenfassen:
Ein Fleischer zecht in Koblenz mit seinem Freund in den Aschermittwoch hinein, spottet über
die Kirchgänger und malt sich und seinem Freund selbst ein Kreuz aus Ruß auf die Stirn. Als Strafe Gottes
geht auf den Frevler ein solcher Ascheregen nieder, daß er darunter jämmerlich erstickt. Dazu auch
MEZGER 1991, S. 493.


A typical warning story: Two friends in Koblenz drink till ash Wednesday, and then put an ash cross on their forehead and then die in an ash rain.

For the ship of Kornelimünster 1133 ...
Die Geschichte geht zurück auf die Chronik des Abtes Rudolf von St.
Trond
, vgl. den lateinischen Wortlaut in: GESTA ABBATUM 1852, S. 309 f.
I found this:
A possibly earlier cult of carts event took place between 1055 and 1082 at the Benedictine abbey of Saint-Trond under Abbot Adelhard II. The account was written between 1108 and 1138 by Abbot Rudolf, who may have been an eye-witness. Building materials, purchased by the faithful at their own expense, were carried on their shoulders and in carts. He described how ‘the people in their villages, their voices raised in hymns, took [the columns] up with a most eager enthusiasm, their ropes attached to wagons, without the least use of oxen or pack animals’.

The Saint-Trond event constituted longer-lasting support of the building project. It is historically related to the main group of 12th-century events in France, but Abbot Suger’s account of the earliest of these, at Saint-Denis between 1140 and 1144, looks back to Montecassino: after the miraculous discovery of columns in a Roman quarry at Pontoise, Suger’s workmen and the pious faithful of all ranks tied ropes to them and dragged them to the centre of Pontoise to load them onto carts. There are other similar details and Suger certainly knew the Chronica monasterii Casiensis from a visit to Montecassino in 1123.

The cult of carts activity at Chartres Cathedral in 1145 is best documented in a letter of Haymo, Abbot of Saint-Pierre-sur-Dives. Haymo was an eye-witness, although his account borrowed from that of Rudolf of Saint-Trond. He described the thousands of participants from different social ranks at Chartres who sang as they laboured under the strict control of the clergy; one priest was assigned to each cart, to which people were harnessed, perhaps in a similar manner to that shown in the Bayeux Tapestry (see fig.). The whole event was a carefully supervised act of penance, and adults and children welcomed scourging. Haymo understood clearly that the hysteria for salvation had practical value, saying that the monks of Saint-Pierre-sur-Dives constructed a cart of the new type built at Chartres so that their neighbours could help them to complete their church.
"Cult of carts"
http://www.ariadne.org/cc/royalportal/c ... carts.html

I'm not sure, if this the the same story ...
I found this short note:
"Carnivalesque uses of the boat in the Low Countries were certainly not exclusively dependent on the popularity of Brant's work. As early as 1135 there is a record of a ship on wheels used in a satiric parade between several towns in Brabant (Gesta abbatum Trudonensium). The late-fifteenth century saw the rise of the important festival fraternity, the Gilde van de Blauwe Schuit ("Guild of the Blue Boat"), derived from J. van Oestvoren's 1413 poem of the same name. A blue boat of gluttons appears prominently in Bruegel's "Dulle Griet." A "Ship of St Reynuyt," mock-saint of drunkards, can be found in a print as late as 1635: Herman Pleij, Het gilde van de Blauwe Schuit: Literatuur, volksfeest en burgermoraal in de late middeleeuwen (Amsterdam, 1979), p. 185.
de Blauwe Schuit (1559)
Image


1413 is certainly older than 1494 for Sebastian Brant's work.

Image


Image


Image


Image


Image


... lots of Blauwe Schuits. Blue ships make a lot of sense in the Netherlands, where they have much channels, much more than in Basel, where they have only the Rhine.
Die ersten Belege für die Fastnachtsfeier in Köln und Aachen stammen - wie bereits erwähnt125 - aus dem 14. Jahrhundert und scheinen die These zu bestätigen, daß das Mahl die
älteste Brauchschicht der mittelalterlichen Fastnacht darstellt. In den Jahresrechnungen des
Aachener Rates finden sich im 14. Jahrhundert nicht weniger als 18 Weinspenden, mit denen
die Stadt zu “vastovend” Handwerker, Gaffeln, Bogenschützen und Schreiber beglückte.126
Helmut A. Crous führt eine Stelle aus den Stadtrechnungen an, die belegt, daß als Mönche
verkleidete Frauen an Fastnacht Wein erhielten.127 Diese Eintragung ist in zweierlei Hinsicht
höchst interessant: Erstens erregte offenbar die Verkleidung als Mönch im 14. Jahrhundert bei
den Ratsherren keinerlei Anstoß, und zweitens stützt sie die bereits geäußerte Vermutung, daß
Frauen an der Fastnacht im 14. Jahrhundert ebenso teilnahmen wie Männer.128
Im Gegensatz zum Aachener Stadtrat versuchte die Stadt Köln im 14. Jahrhundert, die offenbar
auch dort übliche Vorgehensweise zu unterbinden, daß der Rat für Fastnachtsfeiern städtische
Gelder bewilligte. Den ersten urkundlichen Beleg für die Stadt Köln stellt ein solcher
Eintrag im städtischen Eidbuch vom 5. März 1341 dar, in dem es unter Punkt 22 heißt: “Ever
sal der rait zu vastavende zu geinre geselschaf volleyst geven van der steede gude”.129 Offenbar
wurde dieser Beschluß nicht befolgt, denn er wurde in die Eidbücher der Jahre 1372, 1395
und 1396 erneut aufgenommen.130
The Aachen document of 1338 and 17 following during the 14th century are documents about vine presents for specific groups (Handwerker, Gaffeln, Bogenschützen und Schreiber) during "vastovend". Women got vine, when they were disguised as monks.

The Cologne document of 5th of March 1341 and 3 repeated others in 1372, 1395 and 1396 in the "Eidbuch" of the city reassured, that the city gave no money to the "vastavende" festivities. No note about a late Roman fertility goddess, as far I see it.

The "Fastnacht" followed the logic and the very practical problem, that a lot of goods wouldn't survive the long "Fastenzeit" and so had to be eaten rapidly, as it was forbidden to eat them during this period.
Über diese Hinweise auf üppige Fastnachtsmähler hinaus gehören zu den früh bezeugten Kölner
Karnevalsbräuchen das Maskieren und das Betteln um Gaben, das sogenannte Heischen.
Aus dem Jahre 1403 stammt das älteste Verbot des Kölner Rates, das das Maskieren und Verkleiden
an Fastnacht untersagt. Darüber hinaus wollte der Rat das Heischen einschränken und
bestimmte, “dat nyemant den anderen halden noch vangen sal up der straissen, umb croyngelt
zo heisschen [...]”.131 Der Kölner Stadtrat wiederholte seine Verbote in bezug auf das
Vermummen und Heischen in den folgenden Jahrzehnten, so z. B. in den Jahren 1431, 1439
In 1403 there is the oldest prohibition against masks and disguises in Cologne during the Fastnacht. Also forbidden was a connected form of "Heischen" (begging) on the street. The prohibition was later repeated (1431, 1439 etc.)
Huck
http://trionfi.com

Re: Carnival collection

#2
This is about the Cologne Tarock deck, compare ...
viewtopic.php?f=14&t=650

The text are partly taken from ..
http://hss.ulb.uni-bonn.de/1999/0212/0212.pdf
...
“Löblich wird ein tolles Streben,
Wenn es kurz ist und mit Sinn” -
KARNEVAL IN KÖLN, DÜSSELDORF UND AACHEN
1823 - 1914
by Christina Frohn

The Cologne Tarock of c. 1847 has definitely some association to Olympic gods, mixed with some popular local figures (Father Rhine, Bauer, Agrippina).

***********
Some new researches about Cologne Carnival lead to the result, that there had been a "Olympische Gesellschaft zu Köln" before the official reinvention of Carnival in 1823 ... this was started in 1803 and lived till 1813/14 somehow in a Pro-French-way (Colgne was occupied by France under Napoleon) with object of "Pflege der Kölner Mundart und des Kölnischen Brauchtums" (in short: Cologne traditions, language und customs). The theme of Olymp is of interest, as it reappears in the later card game of Bürgers.

Prominent members were ..

Ferdinand Franz Wallraf
his collection became partly the basis for the Wallraff-Richartz Museum
http://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Franz_Wallraf (1748 - 1824)

Image


Matthias Joseph de Noël (1782 - 1849)
his collection became the Basis for a Cologne "Kunstgewerbemuseum"
http://de.wikipedia.org/wiki/Matthias_J ... _No%C3%ABl

Image


Johann Jacob Peter Fuchs (1782 - 1857)
http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Jakob_Peter_Fuchs
who had strong influence on the development of the Cologne Stadt-Archiv
Ferdinand Franz Wallraf und Matthias de Noël gehörten beide zu den führenden
Mitgliedern der “Olympischen Gesellschaft”, die sich - so genannt nach dem erhöht
gelegenen Versammlungslokal und vielleicht auch nach ihrem elitären Selbstverständnis - in
den Jahren 1803 bis 1813/14 um die Pflege der Kölner Mundart und des Kölnischen Brauchtums
bemühte und damit die Geisteshaltung der Romantik in der Zeit der Zugehörigkeit zu
Frankreich förderte.220 De Noël schrieb Fastnachtspossen in Kölnischer Mundart, die zunächst
in der Olympischen Gesellschaft und anschließend auf dem Maskenball im Komödienhaus
vorgetragen wurden.221 Es ist unbekannt, ob sich Wallraf über die Olympische Gesellschaft
hinaus um den Karneval bemühte, jedenfalls starb er im März 1824.222 Der jüngere Matthias
de Noël223 blieb dagegen nachweislich am Karneval interessiert, schrieb 1818 die Fastnachtsposse
“Die Poststation” und gehörte spätestens seit 1824 zu den Mitgliedern der neuen Kölner
KG.224 Er verfaßte auch noch nach der Reform von 1823 Gedichte, Almanache und Zeitungsartikel
über den Karneval und sammelte diese zusammen mit Festprogrammen und Eintrittskarten.
225 Während es eher unwahrscheinlich ist, daß Wallraf hochbetagt Ende 1822 den Anstoß
zur Fastnachtsreform gab, scheint Matthias Joseph de Noël tatsächlich als einer der wichtigsten Männer im Hintergrund an der Fastnachtsreform Anteil gehabt zu haben. Dem
widerspricht auch nicht die Tatsache, daß er nie zum engeren Kreis des Festkomitees gehörte.
Nicht selten bleiben die einflußreichsten und wichtigsten Männer in Vereinen im Hintergrund.
226
Between other things of general sponsoring they created Carnival literature.
Doch nicht nur die “Olympische Gesellschaft”, sondern auch das “Literaturkränzchen”, das
sich nach den Befreiungskriegen um Wallraf zusammenschloß, gehört offensichtlich zur Vorgeschichte
der Fastnachtsreform von 1823. Sämtliche Teilnehmer dieses Literaturkränzchens
waren Mitarbeiter der Kölnischen Zeitung, vor allem des Beiblatts für Kultur, das Marcus
DuMont seit 1816 herausgab. Darunter waren die Philologen Kreuser, Dilschneider, Willmann,
Ernst Weyden, der Dichter Schier, der Schriftsteller Jean Baptiste Rousseau, Matthias
Joseph de Noël und der junge Geistliche Wilhelm Smets.227 Die meisten dieser Intellektuellen
und Schriftsteller lieferten dem Kölner Karneval nach 1823 Ideen für die Festgestaltung.228
From this evolved a "Literaturkränzchen", from which many members had been cooperators of the Kölnische Zeitung. Later these produced ideas for the arrangement of carnival activities.
Zwei Mitglieder der KG sollen exemplarisch genannt werden, da sie in den zwanziger Jahren
die beiden Hauptfiguren, den “Helden Carneval” und die “Prinzessin Venetia”, im Maskenzug
verkörperten. Emanuel Zanoli, Kölnisch-Wasser-Hersteller, spielte am Fastnachtsmontag
den “Helden”.239 Dem Bankier Simon Oppenheim blieb die Rolle der liebreizenden “Venetia”
vorbehalten.240
Emanuel Zanoli (of Italian descendence; related to the Farina family with their 4711-product) became the first "King and Hero Carnival" (1823-29), the young banker-son Simon Oppenheim got the role of an early figure "Venezia" (a female role; Oppenheim later became the richest citizen of Cologne).
Der Kölner Karneval stand seit 1823 fast jedes Jahr unter einem anderen Motto. Im Jahre
1823 begann der Reigen am Fastnachtsmontag auf dem Neumarkt mit der “Thronbesteigung
des Helden Carneval”, und im Mittelpunkt des für spätere Verhältnisse noch kleinen Maskenzuges
stand die neue Figur des “Helden”, zunächst auch “König Carneval” genannt.248
Der Maskenzug begann 1823 mit der Inthronisation des Helden Carneval auf dem Neumarkt,
dem größten Platz der Stadt, und bewegte sich mit fünfzehn Gruppen in folgender Reihenfolge
durch die Stadt Köln: 1. der Reichsbannerträger, 2. vier Trompeter, 3. “Geckenbähnchen”,
4. Fähnrich und Führer, heilige Knechte und Mädchen, 5. Kölnische Funken mit ihrem Kommandanten,
6. Colonia, d.h. die kölnische Jungfrau, mit vier geharnischten Rittern, 7. Trompetenchor,
8. berittener Kommandant der Leibgarde, 9. berittene Leibgarde “in den mannigfaltigsten
Masken-Anzügen”, 10. Musikchor auf Wagen, 11. und 12. Minister in vierspännigen
Wagen, 13. Oberhofmarschall, Kanzler und Zeremonienmeister im sechsspännigen Wagen,
14. “König Carneval” im achtspännigen Triumphwagen von Adjutanten begleitet, zu seinen
Füßen der Hofnarr und 15. Führer des Nachzuges.
The first triumphal procession of King Carnival had less than 100 actors, which marched in 15 groups with the king at its end.
Image

This is the first "Hof-Narr" - the Fool - of 1823
Der Festzug nahm Elemente höfischer und kirchlicher Umzüge bzw. Prozessionen auf. Er war
vor allem eine Persiflage auf den Jahrtausende alten feierlichen Herrscherempfang, der “Ad ventus”, “Trionfo” oder auch “Joyeuse Entrée” genannt wurde.251 Die Stadt Köln selbst hatte
in ihrer Geschichte seit der Antike große Herrschereinzüge erlebt252; die Herrscherempfänge
waren auch immer mit großen Volksfesten verbunden.253 Im Jahre 1823 wurde diese alte Tradition
auf den Karneval übertragen und durch die “Verformung des Zeremoniells” eine ganz
neue Festzugsform begründet.254
Well, it's clear, that they had an orientation on the typical Trionfo, as we know it.
Christian Samuel Schier hielt den Maskenzug minutiös in seinem Gedicht
mit dem Titel “Der kölnische Karneval vom Jahre 1823” fest und verfaßte zudem Karnevalslieder
für das Jahr 1823.
A poet Christian Samuel Schier described the details of the Trionfo - unluckily the poet died the next year.
Im darauf folgenden Jahr 1824 - dem ersten Jahr, in dem die KG und ihre Organisationsstrukturen
in den Quellen greifbar sind - war der Maskenzug schon viel länger und mit erheblich
mehr Aufwand in Szene gesetzt. Das Karnevalskomitee erfand um die Figur des Helden
Karneval eine ganze Geschichte, mit Hilfe derer die Verbindung des noch jungen organisierten
Kölner Karnevals zu dem berühmten alten italienischen Karneval hergestellt wurde. Held Karneval bekam Besuch von der Prinzessin Venetia, der Personifizierung des venezianischen
Karnevals, die “mit innigem Entzücken” von der Thronbesteigung des Helden im Jahre 1823
gehört hatte und zu einem Besuch überzeugt werden konnte.264 Bereits drei Wochen vor Fastnachtsmontag
diskutierten die Kölner Zeitungen - ganz wie bei einem wirklichen Staatsbesuch
-, ob die Prinzessin wohl tatsächlich komme, welchen Weg sie einschlagen werde usw. Die
Illusion eines romantischen Traumreiches war perfekt.265 Am Fastnachtssonntag, der diesmal
auf den 29. Februar fiel, zog Prinzessin Venetia endlich umjubelt in die Stadt ein.266 Am Fastnachtsmontag
gingen zunächst zwei Züge auf den Neumarkt zu: der “nordische” mit dem
Helden Karneval an der Spitze und der südliche Zug der Prinzessin. Bei der anschließenden
Zeremonie auf dem Neumarkt schlug der Held den Hanswurst zum Ritter, die beiden Hoheiten
tauschten den venezianischen und kölnischen “Carnevalsorden”267, und der alte Kölner
Bannerrat kredenzte dem “hohen Paare” den Ehrenwein. Danach zogen beide Maskenzüge
gemeinsam durch die Stadt.268 Das Kölner “Hänneschen” verteilte zusammen mit seinen Adjudanten
Bonbons und Blumen an schöne Damen.269 Die Roten Funken wurden von ihrem
Kommandanten Künnigsfeld angeführt.270
The "King Carneval" was changed to a Hero Carneval in 1823, cause the Prussian administration didn't love the other expression. The figure "Venezia" was invented, the young Karnevalists were interested to relate themselves to Venice, which had already a great carnival tradition. There were two triumphal processions, one for the Hero Carneval and another for the Venzia, which did meet at the Neumarkt. Then they united and made a 3rd longer triumphal procession. The Hanswurst (the Fool) was made to a knight. Involved in the Cologne festivity was a carneval festivity in Düsseldorf, which was visited at Saturday and Tuesday by Venezia.

Image

"Held Carneval" 1824 ... the Prussian administration had forbidden the name "King Carneval", so it became a Hero Carneval.


Reconstruction of the hero carneval chariot from 1824
1825 trug der Maskenzug das Motto “Der Sieg der Freude”, und historische Figuren - wie der
´Haudegen´ Jan van Werth, der Maler Rubens und der Astronom Johann Adam Schall von
Bell - erinnerten an die “Kölner Erfolge in Krieg, Kunst und Wissenschaft”. Große Kölner
Familien - wie von Groote, Ulrich zur Stesse und Mathias Overstolze - fanden im Zug eine
ehrenvolle Darstellung.277 Der Kölner Bauer erschien erstmals im Maskenzug von 1825 und
stand für die Wehrhaftigkeit, Stärke und Reichstreue der Stadt Köln; im Programm des Zuges
von 1825 heißt es: “Der Repräsentant der handfesten Bauerbänke mit den 1288 zu Worringen
tapfer vertheidigten Stadtschlüsseln und dem Dreschpflegel.”278
In 1825 the procession had the motto "victory of joy", and it Jan van Werth (a Cologne hero in the 30-years-war, the painter Rubens and an Astronom), famous Cologne families got also honors. The Cologne Bauer appears for the first time to remember the battle of Worringen.

Image

The first "Cologne Bauer" 1825
Doch der neu kreierte Kölner Held
Karneval konnte sich in den Anfangsjahren offensichtlich nicht gegen die ältere volkstümlichere
Figur des Hanswurstes272 durchsetzen, so daß im Festprogramm des Jahres 1827 der
Hanswurst den Helden sogar ganz ablöste.273
1827: The Hanswurst had a victory against King Carneval ... he became more popular.

Düsseldorf:
Die Anfänge des organisierten Karnevals in Düsseldorf sind nur spärlich überliefert. 1824
druckte die Düsseldorfer Zeitung - ganz ähnlich der Kölnischen Zeitung - zum Kölner Karnevalsmotto
“Der Besuch der Prinzessin Venetia beim Helden Carneval” Karnevalsprogramme,
fiktive Gesandtenberichte, Manifeste u. ä. ab. Die Düsseldorfer Zeitung machte schon Wochen
vor den eigentlichen Karnevalstagen bekannt, daß Prinzessin Venetia auf ihrer Reise von
Venedig nach Köln in Düsseldorf Station machen werde. In Düsseldorf - so verlautete die
Neuigkeit eine Woche vor Karneval - wolle sie bereits am Donnerstag vor Fastnacht so früh
eintreffen, damit sie noch dem großen Maskenball im Museum beiwohnen könne. Zu ihrem
Empfang seien bereits der Kölner Kommandant der Roten Funken, Künnigsfeld, und zwei
Abgesandte der Stadt Köln eingetroffen.280 Am Fastnachtsmontag meldete die Düsseldorfer
Zeitung, Prinzessin Venetia und ihr Gefolge hätten am Freitag ihre Weiterreise nach Köln erst
sehr spät fortsetzen können - wegen des rauschenden Maskenballes. In einem Sendschreiben
habe die Prinzessin der Stadt Düsseldorf für den so freundlichen Empfang gedankt. Die Düsseldorfer
hätten daraufhin beschlossen, ihr am Karnevalsdienstag - wenn sie sich auf dem
Rückweg befinden werde - einen Triumphzug zu bereiten.281
1824: It isn't known, if the double visit of the Venezia in Düsseldorf really took place, or if it was just a literary invention.
...
1825 wurde nicht mehr die enge Verbindung zu Köln betont, sondern vielmehr die
alten Beziehungen zu einem kleinen Städtchen namens Dülken, das ungefähr 30 Kilometer
westlich von Düsseldorf liegt und durch seine Narrenakademie bekannt wurde. Die Dülkener
Narrenakademie führt den Beginn ihres Bestehens mindestens auf das Jahr 1554 zurück. An
ausgewählte Persönlichkeiten werden höchste närrische Auszeichnungen wie der “doctor humoris
causa” und der Titel “Steckenpferdritter” verliehen.283 An die Öffentlichkeit trat die
Dülkener Akademie vor allem nach 1823, als der von der Universität in Bonn ausgeschlossene
Student Heinrich Weimann Sekretär der Akademie geworden war. In seiner Ära wurden beliebte
Frühjahrs-, Ordens-, Musik- und Maskenfeste veranstaltet284 und 1828 keinem Geringeren
als Johann Wolfgang von Goethe der Titel “doctor humoris causa” verliehen.285
Für die Anfangsjahre des organisierten Düsseldorfer Karnevals sind weder Mitgliederlisten
noch die Namen der Vorstandsmitglieder überliefert. Die Artikel in den Zeitungen werden nie
namentlich gekennzeichnet. Nur der Verfasser der Beschreibung des Karnevals 1825 ist namentlich
bekannt: Gerhard Lübcke, der zugleich Mitglied des Düsseldorfer Karnevalsvereins
war.286 Das Komitee hatte sich für die Session 1825 das folgende Festprogramm ausgedacht,
das zur Veranschaulichung in groben Zügen skizziert werden soll: Der Held Karneval sollte
erstmals die Stadt Düsseldorf besuchen und an den feierlichen Veranstaltungen teilnehmen,
die aus Anlaß der Narrenhochzeit des “ehrbaren Nachtwächters”287 und nunmehrigen Gesandten
des Helden Karneval, “Giselinus von und zu Schmerzenbier von der berittenen Narrenakademie
und Monduniversität zu Dülken”, mit dem Fräulein “Priska Petronella Düsselblashorn
aus der Düsseldorfer Altstadt” an den drei Fastnachtstagen gehalten wurden. Priska
habe sich erst zur Hochzeit bereit erklärt, als Giselinus vom Nachwächter zum Gesandten des
Helden Karneval befördert worden sei. Das Programm wurde in großzügigen Anzeigen der
lokalen Zeitungen publik gemacht und anschließend als Anhang zu den Gedichten von Gerhard
Lübcke 1825 veröffentlicht.288
Als einen wesentlichen Grund für die Fastnachtsreform in Düsseldorf gaben die Organisatoren
in einem Artikel der Düsseldorfer Zeitung an, daß es keinem Düsseldorfer gefallen kann,
“wenn die Fremden aus den benachbarten Oertern, die so gerne nach unserem freundlichen
Düsseldorf kommen, sich durch die seit Jahren hier so still gebliebenen Karnevalstage endlich
ganz daran gewöhnen, solche künftig in Köln zuzubringen”.289 Ein umfangreiches, die
Fastnachtstage von Donnerstag bis Dienstag umfassendes Programm sollte dies verhindern.
Die Verlobungsfeier von Priska und Giselinus fand am Donnerstag vor Karneval statt und
hatte ihren Höhepunkt abends auf dem Kostümball im Museumssaal. Keine Geringeren als die
Götter des Olymps bekundeten in einem Sendschreiben an die Ballversammlung ihre volle
Zufriedenheit über das bevorstehende “Bündnis mit der hohen Fakultät zu Dülken”.290 Auf
diesem Ball jedoch stritten sich die frisch Verlobten so heftig, daß sie den Ball aufgebracht
verließen und nach Dülken reisten, um die dortigen Professoren der Narrenfakultät um Rat
und Hilfe zu bitten. Am Nachmittag des Fastnachtssonntags endlich verkündeten Kuriere die
Rückkehr der wieder versöhnten Verlobten, die daraufhin in einem Versöhnungszug durch die
Stadt zogen. Abends gab das Theater am Marktplatz eine Festvorstellung mit anschließendem
großen Kostümball, an dem auch der inzwischen angekommene Held Karneval teilnahm. Am
Fastnachtsmontag erfüllte man den Wunsch des Helden Karneval, indem man ihm in einem
prachtvollen Maskenzug die Sehenswürdigkeiten der Stadt zeigte. Der Zugführer ritt voran
auf einem grünen Esel und trug eine kostbare Fahne mit der Aufschrift “Dülken und Düsseldorf”.
Nur einige der zahlreichen Zugfiguren können an dieser Stelle aufgeführt werden: das
Brautpaar, die Eltern der Braut mit den klangvollen Namen “Schmalhansius Düsselblashorn”
und “Cäcilia Sauerkraut, geboren zu Kräwinkel”, sowie zahlreiche Dülkener, darunter auch
Professoren und Doktoren der Dülkener “Monduniversität” und “edle Dülkener Rathsherren”.
291 Der Held Karneval erschien in orientalischer Kleidung, und ein Zug von 24 Rittern
wurde von ihrem Obristen Otto von Wittelsbach angeführt. Der Tag endete wieder mit einer
rauschenden Ballnacht. Am Fastnachtsdienstag fand zum Abschluß ein Ritterturnier auf dem
Karlsplatz statt. Otto von Wittelsbach konnte schließlich sogar den Helden Karneval übertreffen
und gewann den kunstreich gearbeiteten Becher der Prinzessin Priska. Ein Stich aus dem
Jahre 1825 stellt die Szene eindrucksvoll dar.292 Die Zuschauer waren um so begeisterter, als
ein “vaterländischer Ritter über einen Helden fremder Lande den Sieg davon getragen; alles
vereinigte sich in dem so seltenen Gefühl des Patriotismus und der Bürgerfreude [...]”.293 Am
Abend des Fastnachtsdienstags fanden wieder mehrere Maskenbälle statt, wobei der größte im
Beckerschen Saal - an der Stelle der späteren Tonhalle - stattfand, wo die Festlichkeiten mit
der Vermählungszeremonie ihr Ende fanden.
1825: The Olympic theme is repeated in Düsseldorf. The Gods congratulate to a carnevalistique city partnership between Düsseldorf and Dülken, a smaller location 30 km to the west of Düsseldorf. Dülken has a Moon-university since at least since 16th century. A Narren-marriage takes place between “Giselinus von und zu Schmerzenbier von der berittenen Narrenakademie
und Monduniversität zu Dülken”, with the Fräulein “Priska Petronella Düsselblashorn
aus der Düsseldorfer Altstadt” and the festivities endure 3 days.

http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BClke ... enakademie

Image


http://www.narrenakademie.de/DieAkademie.php

The Narrenakademie gives each year the title "„Doctor humoris causa". Persons, who have gotten this title include ... Goethe im 19. Jahrhundert, Adenauer, Dali, Udo Jürgens, Berti Vogts, Wernher von Braun, Freiherr Constantin von Heereman, Johannes Gross, Hanns Dieter Hüsch und Konrad Beikircher .

*******************

In 1830 the triumphal Carneval celebration was forbidden by the Prusssian state. The citizens published a "Leichenzettel" (death announcement) with the Hanswurst:

Image

As you see, the HansWurst got wings.

Carneval came back in the following years, but still its life wasn't secure for a few decades.

In 1842 the Karnevals-Motto was "Die ächt kölnische olympischen Spiele" ... "the true Cologne Olympic games"

In 1847, which is suspected to have been the year of the printing of the deck, it was the celebration of the "25th anniversary of the return of the Hero Carneval". This might have been the reason for the deck.

http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6lne ... montagszug

This was rather precisely the time, when the overcrowded city of Cologne started to build outside of the city walls. The first satellite city (still independent in its beginning) became Ehrenfeld, later Köln-Ehrenfeld. This was made for industrial objects and their workers, and naturally it also was important to the developing railway. I found there a Hercules-street, a Helios-Tower and a Vulcan factory. I wondered about so much Greek mythology. Now I understand better.
In Ehrenfeld was also established the production house of 4711, based on the earlier Farina firm, to which also the first prince of Cologne Carnival belonged, Emanuel Zanoli.

Also of Importance for the Genesis of Cologne Carnival was a "Casino Gesellschaft e.V 1809". Actually this was a playing club. A natural connection to playing cards.
Huck
http://trionfi.com

Re: Carnival collection

#4
Thanks for those posts, Huck. As I understand it many carnival festivals do not have a continuous history but died out during the course of the 1700s and were not restarted until the following century. And it shows in one of the pictures that you posted which was similar to this one that I posted in another thread.
Image

Its from the Schembart book, an illustrated manuscript in the Germanisches Nationalmuseum in Nuremberg, and shows a carnival procession of 1539 in the same town. Your picture from above
Huck wrote:
Image
is very similar but has a banner around the mast saying "De Blauwe Schuite". This Dutch float may have been modelled on the picture in the German book as an attempt to revive old carnival traditions. This other picture posted by you looks like an illustration from a modern book
Huck wrote:
Image
but it shows the details more clearly. There is a devil or animal throwing balls from the forecastle, a character by the mast with an open backgammon board, and another holding up a flask. Gaming and drinking as carnival activities?

Fools and devils are the link between Carnival and Tarot in case anyone was wondering.
Al Craig

Re: Carnival collection

#5
Al Craig wrote:Thanks for those posts, Huck. As I understand it many carnival festivals do not have a continuous history but died out during the course of the 1700s and were not restarted until the following century. And it shows in one of the pictures that you posted which was similar to this one that I posted in another thread.
hi Al ,

For Cologne it's reported, that a carnival existed in the period, when Napoleonic France had taken Cologne (Cologne since 1798 )and the Western Rhineland (since 1801). But it's called "dirty", connected to alkohol, excesses etc.

The French occupation caused a downfall of a lot of catholic institutions, which were rather important especially in Cologne.
Generally Cologne had lost its earlier great importance in medieval times, perhaps best indicated by the condition, that the proud Kölner Dom project was interrupted since the reformation. The 30-years-war (1618-48) marked a downfall of a lot of culture in all Germany. Till begin of 18th century there were further military conflicts with France, which reduced the development of modern life in Cologne. Prussia with its center Berlin developed, but Cologne was considered to be blocked by conservatism.

Generally I found the some notes in the dissertation:

Cologne:
Nachdem sich die Reformation im 16. Jahrhundert in Köln nicht durchgesetzt hatte,
verstärkte Anfang des 17. Jahrhunderts der zunehmende Einfluß der Jesuiten und die Gegenreformation
die “fastnachtsfeindliche Stimmung” im Rat. Der alte Karnevalsbrauch, sich als
Geistliche zu verkleiden, erregte jetzt so großen Anstoß, daß der Rat 1601 grundsätzlich jede
Vermummung verbot. Er begründete dies theologisch: Die Mißbräuche seien nicht länger zu
dulden, da sie “die Strafe Gottes nicht allein auf die Übeltäter selbst herabziehen, sondern
auch auf diejenigen, die ihnen tatenlos zuschauten”. Doch dieses Verbot wurde an den
Fastnachtstagen so gut wie nicht befolgt, und der Rat beschloß, eine Geldstrafe festzusetzen,
die dem Findlingsheim zugute kommen sollte. Da ein vollständiges Vermummungsverbot
an Fastnacht nicht durchzusetzen war, wurde es bereits 1603 abgeschwächt und nur das Verkleiden
in geistlichen Kleidern und das Tragen von Waffen unter Strafe gestellt
The Jesuits and the "Gegenreformation" caused "fastnachtsfeindliche Stimmung" - after the reformation proved as not establishing in Cologne in 16th century.
The council forbade any disguising in 1601. This wasn't followed at the Fastnachts-days. Then a fine was given ... but it didn't work either. Then - 1603 - the prohibition was weakened and only the disguise as a cleric and carrying weapons wasn't allowed.

Aachen
Für Aachen sind Ratserlässe aus den Jahren 1662 und 1663 überliefert, die das Stochen von
Fastenfeuern, das Betteln an Fastnacht sowie jegliche Maskerade verbieten.

In Aachen in 1662 and 1663 fires during Fastnacht were forbidden, the begging during Fastnacht and any disguising was forbidden.

Düsseldorf
In Düsseldorf ist das Fastnachtsfest erstmals 1423 belegt, wobei die Feste des Hofes hier
das Bild prägten. Schwerttänzer sind für das 17. Jahrhundert bezeugt, die ihre Kunst bei Hof
vorführten. Auch in Düsseldorf wurde im 18. Jahrhundert wiederholt das Tragen von geistlichen
Kleidern und Mitführen von Waffen verboten. Für Düsseldorf als Residenzstadt sind
jedoch die aufwendigen höfischen Maskenfeste besonders zu erwähnen. “Karneval am herzoglichen
Hofe in Düsseldorf war für den bergischen und jülichschen Adel immer das Ereignis
des Jahres, das die willkommene Abwechslung in das ihm sonst zu eintönig werdende Leben
auf seinen Wasserburgen und Bergschlössern brachte”. Der älteste Beleg für die Düsseldorfer
Fastnacht stellt denn auch ein Brief des Ritters Richard Hürth von Schöneck an Herzog
Adolf aus dem Jahre 1423 dar, in dem er ihm mitteilt, daß er mit den Grafen von Moers und
von Virneburg der Einladung zu einer Fastnachtsgesellschaft nach Düsseldorf nicht folgen
könne, da er bereits selber zu Fastnacht nach Manderscheid eingeladen habe. etc.


In Düsseldorf Carnival was noted first time in 1423 (a letter of a knight, that he can't come to Fastnachtfestivity in Düsseldorf, as he was already invited to Manderscheid; also there's a remark about the custom to disguise as monk or other cleric in the letter).
Sword dancers showed their art during 17th century. Prohibition of disguising as clerics appeared variously in 18th century. As Düsseldorf was the residence-city of a duke, there appeared mask-balls, which also became custom at lower-nobility-festivities in the surrounding.

This seems to have been established by the marriage of a duke to an Italian princess:
http://en.wikipedia.org/wiki/Johann_Wil ... r_Palatine
He married in 1678 to Maria Anna Josepha, Archduchess of Austria. She was a daughter of Ferdinand III, Holy Roman Emperor and his third wife Eleanor of Mantua. After her death, he married Anna Maria Luisa de' Medici, the daughter of Cosimo III de' Medici, Grand Duke of Tuscany.
After this the mask-balls at carnival became rather frequent during 18th century. A deep cut happened indeed with the French, which reacted with prohibition on the foreign carnival. Which didn't work. After attempts twithout success the French made attempts to draw money of it by taxation.

************

So in summary, there had been always some sort of carnival activity (in some - nearly only - catholic regions), but the forms changed and the dimensions. The customs could have been rather different in the local regions. After the 30-years-war Germany had a lot of different small states and different political situations.
Huck
http://trionfi.com

Re: Carnival collection

#7
Die erste Nachricht über einen Schwerttanz stammt aus Nürnberg 1350, die Messerer erhielten von Kaiser Karl IV. ein Privileg, zur Fastnacht ihren Schwerttanz aufzuführen. Weitere Nachrichten stammen aus Flandern (1389), Braunschweig (1443), Bautzen (1412, Reiftanz), Schweiz (1431, Reiftanz), Göttweig NÖ (1504), Salzburg (1517, Reiftanz) und Klosterneuburg (Reiftanz, 1525).
http://www.dancilla.com/wiki/index.php/ ... chwerttanz

According this: The first sword dance is recorded for 1350 in Nurremberg by an an allowance of emperor Charles IV ... during Fastnacht.

Further Info: "Schembartlauf" (part of "Fasenacht"), first reliable recorded for 1449, forbidden 1539
http://www.schembart.de/snlaeufr.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Schembartlauf
recorded in more than 80 Schembart books

Schembart books articles:
http://forschung.gnm.de/ressourcen/kult ... I_2006.pdf
http://www.historisches-lexikon-bayerns ... ikel_45244


first page Schembartlauf book 1507

Image

costume 1472


last Schembartlauf 1539
big version: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... rtlauf.jpg

The sword dance of the butcher-guild is discussed to have appeared since 1350 ...
Image

... as Fastnacht started as the last opportunity to eat a lot before the fasting time this earlier privilege has some logic. In the legend the butchers guild didn't participate in a guild revolution of 1349 ... and for this reason they got the sword-dancing privilege.
There seem to be evidence for the existence of the butcher's sword dance in the second half of 14th century (?)
In über 80 erhaltenen Schriften werden die Schembartläufe anschaulich und zum Teil mit Bildern beschrieben. Mit einer Ausnahme von ca. 1525 sind sämtliche dieser Schembartbücher von 1539, also nach dem Ende des Schembartlaufs, an bis zum 18. Jahrhundert entstanden.
This notes, that from the more than 80 surviving descriptions (partly with pictures) only one was made in 1525 and all the others between 1539 and 18th century.
In the case, that costumes are given as "older", this appears according a later redaction or interpretation (possibly with some reference to older pictures, possibly accordingly some more modern phantasy)



Many Schembartlauf pictures (don't miss this) :
http://www.google.de/imgres?imgurl=http ... 9,r:14,s:0
Huck
http://trionfi.com

Re: Carnival collection

#8
In my research it's of major interest, if Fastnacht or Carnival had an early tradition in Bohemia.

I saw it written, that it has a tradition, which goes back to 13th century - no further explanation (all what I could say, is, that this would be early). The Czech expression is "Masopust", the Slowak expression is "Fasinek". It possibly has a stronger relation to "good eating", especially meat, than elsewhere. It's said to have dancing culture. It's said to have a relation also to persons, who has died.
Modern carnival (Masopust, Fasinek) might be much weaker than it is in Germany.

My possibilities to get better information are limited ... there is this language barrier.

An English article about Masopust in Czech communities in America.
http://books.google.de/books?id=6o-ZAWp ... st&f=false

Another article with memories:
http://books.google.de/books?id=gj2ZCYh ... st&f=false

The following might be of high interest:

http://books.google.de/books?id=Qsa8Jkv3f30C&pg=PA19
Transformationen des Religiösen: Performativität und Textualität im geistlichen Spiel
by Ingrid Kasten, Erika Fischer-Lichte, Elke Koch
with English description: "The religious plays found in many European cultures from the Middle Ages up until the modern age are closely related to devout practices and draw their subjects from worship, the bible and legends. The contributions to this interdisciplinary anthology take a look at religious plays as cultural performances and as part of a multimedia devout practice. The articles investigate the position of these plays within the culture of medieval daily life and festivity, the relationship between the spiritual and the secular, and the staging of cultural structural models in the plays."
Image


Image


Image


The first passage describes an Antichrist play, which took place 1513 in Dortmund ... at Fastnacht. It's described as done with much costs and many players.
Then the text talks of an Antichrist play by an unknown author in Zürich, who probably wrote in the situation of the year 1354, when emperor Charles IV came to help his brother-in-law, duke Albrecht II of Austria, in the siege of Zürich. The play is assumed to have been similar expensive then the version of Dortmund. In the play the antichrist ("Entchrist" = Charles IV) comes high on horse and bribes the clerics ("Bischof Gugelweyt", "Abt Gödlein Waltschlaweh") with Fastnacht-Schlemmerei (opulent Fastnacht-meals).
100 years later, c. 1450, the text was transformed and shortened by Hans Rosenplüt for a Fastnacht game in Nurremberg, "Des Entkrist Fastnacht" [in this game the Fastnacht accuses the Fasting time, so the direction of the attack is changed]. Later similar games are played elsewhere (twice in Xanten and twice in Frankfurt is noted), with changing attack directions.

Timetable Zürich
http://www.bindschedler.name/de/Allgeme ... 6_1519.pdf
  • 1349 Erste bekannte Judenverfolgung in Zürich.
    1350 Mordnacht von Zürich; Belagerung und Zerstörung von Rapperswil.
    Um 1350 Bau des Predigerchors. Zürich zählt um 6000 Einwohner.
    1351 Ewiger Bund Zürichs mit den Eidgenossen der vier Waldstätte Luzern, Uri,
    Schwyz und Unterwalden.
    1351/1354 Österreichische Heere belagern Zürich dreimal erfolglos, im Herbst 1351,
    im Sommer 1352 und im Herbst 1354.
    1355 Zürich schließt mit Habsburg den durch Kaiser Karl IV. vermittelten
    «Regensburger Frieden).

    1358 Zürich kauft von Ritter Gottfried Mülner die Vogteien über Stadelhofen und
    Zollikon. Im Laufe der nächsten hundert Jahre erwirbt die Stadt durch Kauf und Pfandnahme
    fast das gesamte Territorium des heutigen Kantons.
    1360 Ritter Rudolf Brun, Zürichs erster Bürgermeister.
    1362/1365 Kaiser Karl IV. schenkt der Stadt Zürich den Zürichsee bis Hurden und
    gewährt ihr verschiedene Privilegien, wie das Recht, in einem Umkreis
    von drei Meilen freigewordene Reichslehen selbst zu verleihen.
Charles IV and his army had been indeed in September 1354 before Zürich and participated in some military pressure. However, a few days later, already at mid September Charles left the region, after the city had promised to serve the Empire in the future. The Austrian ruler was not happy about Charles decision.
In 1349 Jews were killed in Zürich; although Charles didn't intervene the Jews persecutions in the empire, he didn't participate in them in Bohemia. The Züricher Antichrist-play contained an attack against Jews.

***************

Generally Charles IV is estimated as a clever diplomat, who made politic with agreement at the middle ground, often low costs solutions.
From his own personal history Charles had Western education. With his uncle Balduin, archbishop of Trier (who had a strong helping hand, that Charles later became emperor), he had experience with customs in the Rheinland region, from which it is definitely known for this period, that Fastnacht was expanding already since around 1340 (known in Aachen and Cologne, as earlier mentioned). Since c. 1340 Charles took a large part of the administrative functions in Bohemia (his father was already blind then). It seems logical, that Charles also operated this position in a diplomatic manner, somehow connecting Western customs with local Slavic elements. Generally Charles is interpreted as a bridge-builder between Slavic and West European traditions.

A writer in Zürich in 1354 was able to attack Charles as a sort of negative Carnival-prince (as the agreement took place very quick, the play likely hadn't big consequences, Zürich wasn't really interested to have bad relations with the emperor) ... but, anyway, it might well be, that Charles in his tolerant manner propagated carnival.

Charles started as counter-king to Ludwig IV. the Bavarian in 1346. Ludwig (king since 1314, well, that are 32 years and that's a long time) got considerable confrontation with the popes, especially when he crowned himself emperor without pope in Rome in 1328 ... and called up a counter-pope. He had a strong alliance with the Spiritual Franciscans, which understood themselves as "poor" ... which doesn't sound like "lots of triumphal celebrations, opulent catholic festivities etc.". The general reigning concept "bread + games" was probably weak in his time ... in Germany, perhaps partly cause of the general condition, that at begin of 14th century appeared some hunger years (as reason is assumed a change of the climate).
http://en.wikipedia.org/wiki/Louis_IV,_ ... an_Emperor

Europe 1328
Image


In contrary to the "humble" Ludwig the young Charles was (at the same time) educated in France by Peter, abbot of
of Fécamp, which Charles in his autobiography considered as a wise man, from whom he learned a lot (indeed Charles proved later himself high intellectual qualities).

Translation of Charles IV. autobiography (unluckily not complete)
http://books.google.de/books?id=sXZi1cYsPowC&pg=PA603

And indeed the abbot was very clever, cause he became pope Clemens VI in 1442. In his autobiography Charles noted, that Clemens (before he became pope) predicted, that Charles would become emperor, and Charles claimed to have said: "But before you'll become pope" and, as history has it, both were right.
Clemens then helped Charles to become emperor, and Clemens himself showed during his further 10 years as pope good intellectual qualities ... and a considerable enjoyment of festivities, and a considerable cleverness to get money from others.

http://en.wikipedia.org/wiki/Pope_Clement_VI
http://de.wikipedia.org/wiki/Clemens_VI.


Image

"Er war ein sehr weltlicher Papst, der seine Lust an Genüssen aller Art geistlich-zeremoniell-theologisch verbrämte. Zudem war er ein Franzosen-Papst, der an den Zuständen nichts ändern wollte. Im Papstpalast wurden rauschende Feste gefeiert. Er veranstaltete mondäne Jagden und die Verschwendungssucht war in seiner Zeit überall vorherrschend. Die verschwenderische Lebenshaltung am Hof von Avignon ähnelte der von Papst Leo X. hundertsiebzig Jahre später. Petrarca beschrieb in seinen 18 Briefen sine titulo die Zustände am päpstlichen Hof, die nach eigenem Bekunden auf persönlichen Erfahrungen beruhten. Birgitta von Schweden und Katharina von Siena klagten Clemens wegen der allgemeinen Papst-Börse und dem Merkantilismus von Avignon an. Brigitta nannte ihn sogar einen amator carnis. In der zweiten Novelle des ersten Tages aus Decamerone beschrieb Boccaccio, der dieses Werk 1347 im ersten Jahr der Pest begann, die Zustände am päpstlichen Hof, wobei er nicht übertrieb."

( ... a very wordly pope, lots of festivities similar to pope Leo X. Described by Petrarca and Boccaccio. Attacked by Brigitta of Sweden and Katharina of Siena)

"Clemens war auch ein Nepotist: Vier Monate nach der Besteigung des Stuhls Petri ernannte er zehn neue Kardinäle. Neun davon kamen wie er aus Südfrankreich und fünf waren sogar seine Neffen. Unter ihm dominierte das Limousin. Während seines Pontifikats ernannte Clemens VI. insgesamt 25 Kardinäle, davon 19 aus Südfrankreich, von denen acht seine Neffen oder andere nahe Verwandte waren. Ihm verdanken es seine Mätressen sowie Scharen von Nepoten und Günstlingen, neuen Einfluss errungen zu haben und große Vermögen ansammeln zu können. Er förderte zahlreiche Künstler mit seinen Mitteln, die er aus Steuererhöhungen schöpfte. Mit seinen skrupellosen Methoden der Geldbeschaffung übertraf er sogar Papst Johannes XXII. Das englische Parlament stellte fest, dass die Einkünfte des Papstes aus dem Erwerb vakanter englischer Pfründe die Einkünfte des englischen Königs um das Fünffache überstiegen. "

(... nepotism by Clemens - within 4 months after his election he made 10 new cardinals, 9 of them from Southern France (where he himself came from), 5 of them nephews. Totally he made 25 cardinals, from these 19 from Southern France and 8 nephews or near relatives. Further lots of sponsoring for his female lovers and his friends, alsoartists. The English parliament once realized, that Clemens got from England 5 times the money, which the English king got.)

"Unlike the Cistercian Benedict XII, Clement VI was devoted to lavish living, and the treasury which he inherited made that lifestyle possible. Upon election as pope he exclaimed as he looked forward to a reign of regal self-indulgence, "My predecessors did not know how to be pope". He claimed to have "lived as a sinner among sinners", in his own words. During his pontificate, he added a new chapel to the Papal Palace and dedicated it to St. Peter. He commissioned the artist Matteo Giovanetti de Viterbo to paint common hunting and fishing scenes on the walls of the existing papal chapels, and purchased enormous tapestries to decorate the stone walls. To bring good music to the celebrations, he recruited musicians from northern France, especially from Liège and of the Ars Nova style. He liked music so much that he kept composers and theorists close to him throughout his entire pontificate, Philippe de Vitry being among the more famous. The first two payments he made after his coronation were to musicians (Tomasello, 12-20)."
Well, this was the teacher of Charles IV. Although Charles got not so much negative comments as Clemens (and naturally also reigned in another time, "after the plague") he showed partly similar qualities, perhaps a little less centered on Prague, as Clemens had been for Avignon.
From the Cologne-Aachen documents it appears, that around this time of Clemens (c. 1340) the word "Fastnacht" appears in documents occasionally and this is continued during 14th century. Further we see, that Cola di Rienzo in Rome shows an interest in triumphal processions in 1345 - likely a sort of imitation of or an reaction to papal customs in Avignon.

The time was full of catastrophes:
Heavy hunger-years at begin of 14th century.
There are various earthquakes recorded for mid 14th century and central Europe, from which the strongest had been 1356 with Basel - the city was destroyed - as its epicenter; Basel 1356 is called the strongest earthquake in Germany in the last 1000 years
1438: Swarming locusts catastrophe
7th of May 1442: Election of Clemens VI
22 of July 1442: Magdalenenhochwasser
http://en.wikipedia.org/wiki/St._Mary_M ... %27s_flood
http://de.wikipedia.org/wiki/Magdalenenhochwasser
At 4 days it rained so much water as usually in 1/2 year ... it's called the "once-in-a-millenium-flood" in central Europe, the highest ever recorded. Prague lost its bridge.
1444-1447: Cola-di-Rienzo episode in Rome (actually 1447, after Charles was elected as new emperor - crowned November 1446, but Ludwig the Bavarian still lived - died October 1447). Before 1444 Cola die Rienzo had visited Clemens - as part of a delegation from Rome.
1447, October: the Plague arrived in Sicily
1447, December: Cola di Rienzo disappeared from Rome
1448, January: Plague arrived in Genova

Image


Few further maps to the development of the plague 1350
http://historymedren.about.com/od/thebl ... ack-Death/

The article...
Die Demographische Entwicklung Böhmens ... (1346 - 1419)
in
Gutsherrschaft und "zweite Leibeigenschaft" in Böhmen:
Studien zur Wirtschafts-, Sozial- und Bevölkerungsgeschichte (14.-18. Jahrhundert)
by Eduard Maur (2001)
... presents excellent information about the demography in Bohemia during 14th century

http://books.google.de/books?id=CJXz-vAH_jgC&pg=PA11

It gives catastrophic years before 1350:

1258 or 1260 (Hunger is not noted; epidemic ?)
1263-64
1280-82 Hunger
1305-06
1312 Hunger
1316-1318 Hunger (large; accompanied with criminality and even cannibalism)
1328 (unknown epidemic ?)
1342 Flood
possibly 1346 (? Wokoun-text, which is doubted)

The Bohemian Chronic of Roch, 1688, gives:

1301 (epidemic at end of the year)
1307 (no rain in summer, bad harvest, following hunger)
1312 Bad harvest; following hunger)
1317 Snow till Eastern, which caused bad harvest
1318 Hunger and epidemic; many deaths, cannibalism
1342 Flood
... collection since 1300; so partly at least similar dates

The Silesian Chronic (Roch) doesn't speak of the plague 1348-50 at all; the Bohemian speaks of it, but says, that it was weak. The Lausitz-Chronik (also Roch) speaks of a start of the plague in 1345 (? reading error ?) and that it endures 5 years (heavy plague; the Lausitz isn't too far, but "behind some high mountains").

Höniger, "Der schwarze Tod" (1883; p. 28 ff.) ... online
http://openlibrary.org/books/OL20467136 ... hrhunderts

... has doubts, that Nurremberg was involved in the first pest wave of 1348-50 (he thinks, that later reports "invented" a participation during this plague). Höniger generally points out, that later redactors escalated earlier reports, often transporting plague horrors from "elsewhere" to the home-town. As example he notes dramatic reports about the earthquake of Villach in January 1348, which was in the contemporary interpretation given as indicator of the coming plague.
Geologic report:
http://emidius.mi.ingv.it/RHISE/ii_20ham/ii_20ham.html

http://en.wikipedia.org/wiki/1348_Friuli_earthquake
... comments the earthquake for Rome: "The sixth-century basilica of Santi Apostoli was so utterly ruined that it was left in an abandoned state for a generation." In geologic research this is taken as "legendary", and the real effects reached "till Venice". The earthquake is considered to have had a 6.9 -value

Höniger offers for Würzburg (more than 100 km to West !; so 100 km nearer to definite plague regions) a documentary statement, that a plague of 1356 was called the first and another of 1364 the second.
Höniger is a recommended author in the Regesten.

His argumentation is complex. As Nurremberg later becomes the major playing card production location it's of interest to understand this detail. A major argument is, that Nurremberg was visited by Charles IV in late 1349 and again in April 1350 and that Charles avoided to visit locations with the plague (and it could be excluded, that the plague had been there before).
Nurremberg becomes Charles IV.'s "second capital" ... it's an expanding city in 14th century. This makes it logical, that Nurremberg wasn't involved in the first plague wave (as Milan,which also became an expanding city in 14th century).

Image


Image


Image


Image


Image


Image



I searched long for a modern confirmation about Hönigers thesis (from as early as 1883) about Nürnberg's late involvement with the plague, finally I met this statement: "Im 14. Jh. suchte ein verheerender Pestzug ganz Europa heim, 1359 erreichte der „Schwarze Tod“ auch Nürnberg."
"Das große Sterben - 300 Jahre Pest in Nürnberg", ein Vortrag von Dr. Marion Ruisinger in Nürnberg.
http://www.altstadtfreunde-nuernberg.de ... 94e6af7met some

With the search key "Nürnberg -1359 - pest" I found then easily further confirmation, that the Höniger-hypothesis is spread by research-insiders (with good quality) and seems to be accepted.

So ... although most speak without detailed backgrounds of the plague 1348-50 in Nürnberg, at least some followed Hönigers impressive argumentation. And I wonder, what else is wrong. Göttingen is also called a city free of plague during 1348-51. I found no confirmation for a later first plague for Würzburg (as Höniger suggested). Generally the march of the plague from South to North is considered to have been blocked by the river Donau, which seems to be a logical argument. The march of the plague through regions with mountains was always slow (and perhaps occasionally didn't occur. The easiest way was via ships. In Germany (which was involved late) the plague spread quickly along the Rhine and then preferred the Western border with difficulties to cross the Rhine.
As Germany has a lot of mountain regions, it might be well, that this generally "the plague was everyhere" should be considered more critically. In this first wave King Charles - wisely - kept himself and his journeys outside of regions with plague-infection. The Bohemian economy (and so some Eastern parts) seems to have flourished.

In lists with the size of the population in medieval time Southern German cities take a good position, far better than nowadays. In the lists of "signs of early playing card production" this is mirrored. Some nowadays very small cities like Nördlingen, Rothenburg etc. (Southern Germany, mountainous region) were rather important in 14th and 15th century. Perhaps this is all part of the plague phenomenon.

*******************

I found this:

Image


Image


Image


http://books.google.de/books?id=TgQHAAA ... rg&f=false

In early 1349 Charles IV was opposed by the counter king Günther of Schwarzburg. Charles IV was in Mainz and invited the deciding nobility to Kastel by Mainz (very near, at the other side of the Rhine) at Estomihi ("50 days before Eastern" - Fastnacht Sunday). As a part of a mockery the opponent Günther of Schwarzburg (who understood himself as legitimate follower of emperor Ludwig the Bayer), who was about 50 km away in Frankfurt, announced a knightly tournament for the same day one year later in 1350.
It seems, that Fastnacht Sunday already was a traditional date for opulent festivities and was used by both Kings to impress their followers "with festivities".
The matter between Charles IV and Günther of Schwarzburg was decided within a few months. Schwarzburg died a few weeks later; it was suspected, that he was poisoned by Charles IV.

The region of Schwarzburg and the greater Thüringen has a Karneval (with tradition to 16th century) - in contrast to other countries to the East and North, which only have weak carnival and although the catholc part of the population is less than 10 %.

I found:

http://books.google.de/books?id=9A04AAA ... 22&f=false
According this Günther of Schwarzburg was at a nobility festivity with dancing during Fastnacht 1441 in Erfurt together with the the Graf von Weimar-Orlamünde. At this opportunity arrived Friedrich II, Landgraf of Thüringen ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_ ... C3%9Fen%29
... on his way to Meißen and had a form of "triumphal entry" with some music (? perhaps also according the current Fastnacht activities). Then some verbal exchange between the dancing group and the marching group took place (again with "mockery at Fastnacht") and the result later became a 3-4 years long war known as the "Thüringer Grafenkrieg".
http://de.wikipedia.org/wiki/Th%C3%BCringer_Grafenkrieg

Interestingly the motif of the Fastnacht-mockery (which is quite also a modern carnival speciality, for instance Cologne traditionally mocks Düsseldorf and vice versa, but also others) appears twice in the context of Günther Schwarzburg, both opportunities connected to dramatic consequences. If both are "real events" and not "later forgery for reasons of political propaganda, possibly from the side of Emperor Charles, both would belong to the oldest Fastnacht documents.
Interestingly the Landgraf Friedrich II. also was offered the king's crown after the death of Ludwig of Bayer, but he refused the offer and Günther of Schwarzburg became the candidate of the Wittelsbach-Party (which had offered the crown also to the king of England, who also refused).

Erfurt is said to have been in 14th century the fourth greatest city after Cologne, Nürnberg and Magdeburg. It had an important role for education with many students already in 13th century and reached the rank of an university in 1392, after Cologne got the same honor in 1388.

A further Fastnacht-story around Günther of Schwarzburg refers to a treacherous attack on the castle of one of the friends of Günther of Schwarzburg during the Thrüngische Grafenkrieg, Fasnacht 1345 (Altenburg near Kahla). After a peace treaty this action (3 protectors were immediately killed, 10 others were taken to Erfurt and found execution there) opened a second phase of the war. Likely the attackers used the Fastnacht festivities to take their enemies by surprise.
http://books.google.de/books?id=aXYAAAA ... 45&f=false

The 3 Fastnacht stories around Günther of Schwarzburg somehow remember, that the oldest appearance of the expression "Vasnacht" appears in the poem of Wolfram von Eschenbach ("Parzival"; as shown in post 1 of this thread). Wolfram of Escherach participated at the Sängerkrieg at the Wartburg c. 1206 ... a castle, which was owned in the time Günther of Schwarzberg by his enemy, Friedrich the Landgraf of Thüringen, who died at this castle in 1349.

Strange, but this 3 fastnacht actions look a little bit like "literature", not like "real history". Günther of Schwarzberg was perceived by some as an ideal knight. Perhaps these dates go back to a hero-story no too long after Günther of Schwarzburg's death.

Image

Wartburg
http://maps.google.de/maps?f=q&source=s ... 7&t=h&z=15

http://en.wikipedia.org/wiki/Wartburg
Huck
http://trionfi.com

Re: Carnival collection

#9
Notes to Charles 1343 and 1344

http://books.google.de/books?id=GroAAAA ... ng&f=false

Image

Fasching with tournament and festivities 1343

Image

Fasching, maybe only as date

*********

A preacher, Konrad Waldhausen, who had worked some time in Prag till 1369, seems to have defended (or compared) the tournaments at the courts during Fastnacht-Fasching with the games between god and devil.

Image

http://books.google.de/books?id=Q83V-1QlDJAC&pg=PA168
Biography in German: http://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_von_Waldhausen

An archbishop of Magdeburg died during a dancing festivity at carnival in 1382, when a fire broke out (this happened in Calbe an der Saale)
Image

http://books.google.de/books?id=Q83V-1QlDJAC&pg=PA84

observed and reported by Johann von Jenstein
http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_von_Jenstein
http://en.wikipedia.org/wiki/Jan_of_Jen%C5%A1tejn

Archbishop of Magdeburg: Ludwig, Erzbishof von Mainz und Magdeburg
http://de.wikisource.org/wiki/ADB:Ludwi ... gdeburg%29
Im folgenden Jahre auf Fastnacht hielt L. ein großes Fest zu Calbe a. d. S. und lud dazu seinen Bruder Wilhelm und viele Grafen, Barone und Ritter ein. Während der öffentlichen Belustigungen auf dem Rathhause entstand plötzlich Feuerlärm. Jedermann drängte sich zu den Thüren. L. ward im Gewühl mit fortgerissen, stürzte die Treppe hinunter, brach das Genick und starb. Allgemein hielt man seinen Tod für eine gerechte Strafe Gottes und und dies um so mehr, weil er von allen Anwesenden allein das Leben verlor. Sein Leichnam wurde nach Magdeburg gebracht und nach Einigen in der Caldaunenkapelle im Dom, nach Anderen in der St. Gandolphskapelle im erzbischöflichen Palast ohne Cerimonien und Vigilien in der Stille begraben.
Huck
http://trionfi.com

Who is online

Users browsing this forum: No registered users and 45 guests

cron